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Krisen in der Wirtschaftsgeschichte - Schlagwort-Archiv im Wirtschaftslexikon

Lateinamerikanische Schuldenkrise

Die lateinamerikanische Schuldenkrise fand zum größten Teil in den 1980igern statt. 
Bei vielen der lateinamerikanischen Länder war in diesem Zeitraum die Auslandsverschuldung wesentlich höher als die Bruttoinlandsprodukte der jeweiligen Volkswirtschaft


Europäischer Stabilisierungsmechanismus (ESM)

Der Europäischer Stabilisierungsmechanismus (ESM) oder einfach Euro-Rettungsschirm wurde ins Leben gerufen um akute Verschuldung eines Staates und dessen Auswirkungen aufzufangen.


Bank Lending Survey

Bank Lending Survey (BLS) bedeutet "Umfrage zum Kreditgeschäft" und meint im Bankwesen (Bankensystem) die vierteljährliche Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter ausgewählten BLS-Banken im Euro-Währungsgebiet.


Debt-Equity-Swap (DES)

Als Debt-Equity-Swap (DES) wird eine Vereinbarung zwischen zwei Vertragsparteien bezeichnet, bei der die Forderung eines Gläubigers, häufig unter Hinzuziehen eines Dritten, in eine Unternehmensbeteiligung umgewandelt wird.


Hypothekendarlehen

Hypothekendarlehen (auch Darlehenshypothek genannt) sind langfristige Kredite, bei denen Darlehensnehmer den eigenen Grundbesitz als Kreditsicherheit einsetzen. Das im Zuge von Hypothekendarlehen geliehene Geld muss vereinbarungsgemäß, also entsprechend des Darlehensvertrags, zurückgezahlt werden. Die Hypothek wird ins Grundbuch eingetragen, der Gläubiger und Inhaber dieser Hypothek kann bei Konkurs des Schuldners den Grundbesitz versteigern lassen.


No-Bailout-Klausel

No-Bailout-Klausel (Nichtbeistands-Klausel) ist im EU-Vertrag enthalten und bedeutet, dass kein Mitgliedsstaat der EU für Schulden eines anderen EU-Mitgliedsstaates eintritt. Die No-Bailout-Klausel berührt Sachgebiete wie Wirtschaftswissenschaft, Währungspolitik, Europäische Währungsunion, Finanzkrisen.


Staatspleite

Staatspleite: Landläufiges Synonym für Staatsbankrott. Vorzeichen einer drohenden Staatspleite sind hohe Verschuldung und damit einhergehende Gefahr, Forderungen aus Krediten nicht mehr begleichen zu können. Angesichts weltweiter Wirtschafts- und Finanzkrisen gewinnt die Problematik der Staatspleite zunehmend an Bedeutung.


Europäischer Stabilitätsmechanismus

Europäischer Stabilitätsmechanismus ist eine Art von Krisen-, Risikomanagement auf Ebene des Staatenverbundes Europäische Union. Europäischer Stabilitätsmechanismus wird umgangssprachlich Euro-Rettungsschirm genannt. Das Regelwerk soll die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) stabilisieren sowie Überschuldung beziehungsweise drohenden Staatsbankrott abwenden. Weil ein provisorisches Krisenmanagement Mitte 2012 als Vertragswerk ausläuft, wird der Europäische Stabilitätsmechanismus dieses ersetzen.


Nichtbeistands-Klausel

Nichtbeistands-Klausel: Mitentscheidender Grundsatz der Europäischen Union, der die Haftung der EU als Ganzes sowie die Haftung einzelner Mitgliedsstaaten für Schulden / Verbindlichkeiten anderer Mitgliedsstaaten ausschließt. Die Nichtbeistands-Klausel wird fachmännisch No-Bailout-Klausel genannt und ist im Artikel 125 des AEUV festgeschrieben.


Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF)

Die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF, englisch European Financial Stability Facility) wurde als Akteingesellschaft mit Sitz in Luxenburg am 7. Juni 2010 gegründet.


Stabilitäts- und Wachstumspakt

Stabilitäts- und Wachstumspakt: Regelwerk für Staaten der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Wesentlicher Inhalt sind Festlegungen zu Verschuldung und Haushaltsdefizit. Staaten der Euro-Zone werden laut Stabilitäts- und Wachstumspakt verpflichtet, Jahresprogramme für solide Haushaltspolitik vorzulegen, um Währungsstabilität und Wirtschaftswachstum zu erreichen.


AEU-Vertrag

AEU-Vertrag heißt in Langform „Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union“ und gehört zum grundlegenden Regelwerk der Europäischen Union (EU). Im AEU-Vertrag sind Kompetenzen sowie detaillierte Funktionsweisen für die Organe der EU festgelegt. Der AEU-Vertrag entstand aus den vor Gründung der heutigen EU geltenden Verträgen der Europäischen Gemeinschaften.


Rekapitalisierung

Rekapitalisierung bezeichnet im Wesentlichen eine finanzielle Beteiligung an Unternehmen. Rekapitalisierung betrifft die Passivseite (Haben) der Bilanz, weil hier die Herkunft aller finanziellen Mittel ausgewiesen ist. Werden Eigen- und Fremdkapital zugunsten der Erhöhung des Fremdkapitals sozusagen umstrukturiert, nennt sich dieser Vorgang Rekapitalisierung. Jungunternehmer, Firmengründer und innovative Unternehmen mit wenig verfügbarem Eigenkapital finanzieren ihre Unternehmensidee häufig über Eigenkapitalanteile oder stille Einlagen (Private Equity). Für eine Rekapitalisierung der Banken (Stichwort Finanzkrise seit 2007) wurde in Deutschland der Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) geschaffen.


Eurobonds

Eurobonds sind Anleihen, Schuldverschreibungen in einer Währung, die nicht der des Landes entspricht, in dem sie für den internationalen Kapitalmarkt platziert werden. Eurobonds gibt es seit den 1960er Jahren als verzinsliches Wertpapier in vielfältiger Ausstattung und mit mittlerer bis längerfristiger Laufzeit; sie haben in diesem Sinne nichts mit dem Euro als Währung zu tun. Etwa seit 2010 benutzen Medien, Politiker, Wirtschafts-, Finanzexperten den Ausdruck Eurobonds auch für umfangreich diskutierte, jedoch noch nicht vorhandene EU-Anleihen.


Staatsinsolvenzordnung

Staatsinsolvenzordnung ist ein Begriff, der mit der Griechenland- beziehungsweise Euro-Schuldenkrise aufkam. Eine Staatsinsolvenzordnung beinhalten weder EU-Verträge noch die der Währungsunion. Fehlende Erfahrungen innerhalb der Euro-Zone im Umgang mit ernsthafter Überschuldung eines EU-Mitgliedstaats bis hin zum drohenden Staatsbankrott sind Ursachen dafür, dass eine Staatsinsolvenzordnung bisher fehlt (Stand: 2011). Jeder Staat hat zwar eine Insolvenzordnung, diese regelt jedoch lediglich das jeweils inländische Insolvenzverfahren und ist auf EU-Ebene nicht anwendbar.


Haushaltskonsolidierung

Haushaltskonsolidierung ist die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzlage in Unternehmen und der des Staates (öffentliche Haushalte). Bei einer Haushaltskonsolidierung werden Einnahmen erhöht oder/und Ausgaben verringert. Mit anderen Worten: Geraten Aufwendungen und Erträge in eine Schieflage, muss zur Vermeidung ernsthafter Konsequenzen wie Insolvenz, Konkurs, Bankrott eine Haushaltskonsolidierung stattfinden.


Staatsverschuldung Deutschlands

Die Staatsverschuldung Deutschlands setzt sich aus Schulden des Bundes, der Bundesländer, Gemeinden und der gesetzlichen Sozialversicherung zusammen. Der Staatsverschuldung Deutschlands stehen Einnahmen/Forderungen sowie staatliche Vermögenswerte gegenüber (Sach-, Geldvermögen). Werden Einnahmen und Ausgaben verglichen, kommt es zum Haushaltssaldo; ein Haushaltsdefizit entsteht, wenn Staatsausgaben höher als Staatseinnahmen sind.


EU-Konvergenzkriterien

Die EU-Konvergenzkriterien wurden im Vertrag von Maastricht aus dem Jahr 1992 (EU-Vertrag) festgeschrieben. EU-Konvergenzkriterien sind Vorgabewerte, die in Staaten der Europäischen Union Stabilität der Wirtschaft nachweisen und Solidarität der Staaten untereinander gewährleisten sollen. Maßgaben zur Führung öffentlicher Haushalte, eines der vier grundlegenden EU-Konvergenzkriterien, gelten im Rahmen des Stabilitäts- und Wirtschaftspakts für Länder der EU-Zone weiterhin. Ansonsten müssen die EU-Konvergenzkriterien allein zum Zeitpunkt des Eintritts eines europäischen Landes in die Europäische Union (nicht Europäische Wirtschafts- und Währungsunion) erfüllt werden.


Sixpack / Euro-Plus-Pakt

Sixpack / Euro-Plus-Pakt nennt sich eine nicht völkerrechtlich verbindlich abgezeichnete (ratifizierte) Übereinkunft zwischen 23 Staaten der EU. Der Euro-Plus-Pakt entstand auf Initiative der bundesdeutschen und französischen Regierung im März 2011. Inhaltlich geht es beim Sixpack / Euro-Plus-Pakt um eine angestrebte Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.


Euro-Rettungsschirm

Euro-Rettungsschirm ist die in Medien oftmals verwendete Bezeichnung für den umständlicheren Begriff Europäischer Stabilitätsmechanismus. Euro-Rettungsschirm deshalb, weil ein entscheidendes Instrumentarium Kredite mit vorteilhafteren Zinssätzen sowie Bürgschaften und Garantien sind, die wirtschaftlich schwächeren EU-Staaten bei der Überwindung ernsthafter Staatsschuldenkrisen helfen sollen.


Schuldenbremse

Schuldenbremse werden Regelungen genannt, mit denen Länder ihre Staatsverschuldung einzudämmen versuchen. Eine Schuldenbremse zwecks Begrenzung der Haushaltsdefizite sowie staatlichen Schulden haben die Teilnehmerländer der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion bereits im Stabilitäts- und Wachstumspakt anno 1996 beschlossen. Deutschland, die Schweiz, Bulgarien und Ungarn verankerten Schuldenbremsen in ihrer jeweiligen Verfassung/Grundgesetz. Andere Länder kündigten nationale Schuldenbremsen an, beispielsweise Frankreich oder Italien.


Lender of last Resort

Lender of last Resort, Originalübersetzung vom Englischen ins Deutsche: „Kreditgeber der letzten Zuflucht“. Als bildhaftes Synonym für Lender of last Resort gelten heutzutage, im Zeichen von Wirtschafts-, Finanz-, Bankenkrise, Insolvenzen bis hin zu drohender Staatspleite, zum Beispiel gewisse Finanzdoktrin, Euro-Rettungsschirm, Hilfsfonds oder auch der Internationale Währungsfond IWF. In Not geratene Finanzmarktteilnehmer erhalten vom Lender of last Resort einen Kredit, wenn kein anderer Kreditgeber mehr dazu bereit ist.


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