Europäische Union - Schlagwort-Archiv im Wirtschaftslexikon
Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF)
Die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF, englisch European Financial Stability Facility) wurde als Akteingesellschaft mit Sitz in Luxenburg am 7. Juni 2010 gegründet.
Europäischer Stabilisierungsmechanismus (ESM)
Der Europäischer Stabilisierungsmechanismus (ESM) oder einfach Euro-Rettungsschirm wurde ins Leben gerufen um akute Verschuldung eines Staates und dessen Auswirkungen aufzufangen.
ESZB - Europäischen System der Zentralbanken
ESZB steht für Europäischen System der Zentralbanken und besteht aus der EZB und den nationalen Zentralbanken der EU-Mitgliedsstaaten.
EZB (Europäische Zentralbank)
ie Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt/Main wurde mit der Einführung des Euro Trägerin der Geld- und Währungspolitik der Euro-Länder. Für die Ausgabe der Banknoten und für die Regelung des Geldumlaufs ist die Europäische Zentralbank zuständig.
Europäische Zentralbank (EZB)
Die Geldpolitik der Währungsunion wird durch die Europäische Zentralbank (EZB) bestimmt.
EU-Exportkontrollrecht
EU-Exportkontrollrecht regelt den Export in Länder, die mit einem Embargo belegt sind.
Es werden das Exportland, der Verwendungszweck ( Endverwendung ) sowie die Art der Güter vom Exportkontrollrecht erfasst.
Öffentliche Kreditaufnahme
Die öffentliche Kreditaufnahme, auch Staatsschulden genannt, meint: Von der sogenannten öffentlichen Hand aufgenommene Kredite. Gebietskörperschaften treten dabei wie Unternehmer in marktwirtschaftlichen Prozessen auf. Die Summe aller öffentlicher Kredite und daraus resultierender Verbindlichkeiten ergeben die Staatsverschuldung eines Landes.
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European Currency Unit - ECU
European Currency Unit wird auch mit ECU abgekürzt und war vor dem Beschluss zu Euro die "gemeinsame Währung" der Europäischen Union.
Bank Lending Survey
Bank Lending Survey (BLS) bedeutet "Umfrage zum Kreditgeschäft" und meint im Bankwesen (Bankensystem) die vierteljährliche Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter ausgewählten BLS-Banken im Euro-Währungsgebiet.
Bankrecht
Bankrecht ist kein definierter Fachausdruck, sondern ein allgemeingültiger Begriff, der sich mit vielfältigen Themen rund ums Geld und damit einhergehenden Rechtsbeziehungen befasst. In Deutschland definiert sich Bankrecht dem Sinn nach am ehesten mit Bankwesen oder Bankwirtschaft, welche auch Bankbetriebslehre genannt wird.
Euro-Kredit
Euro-Kredit als sachgerechten Finanzbegriff innerhalb des Kreditwesens, Geldmarkts, bei Bankgeschäften, im Bereich Import / Export gibt es nicht, weil jeder Kreditvertrag in Euro-Währung zugleich ein Euro-Kredit, das entsprechende Gegenteil demzufolge ein Fremdwährungskredit ist.
European Free Trade Association
European Free Trade Association: Als EFTA bekannte Europäische Freihandelsassociation, die, 1960 von sieben europäischen Staaten gegründet, gegenwärtig vier Mitgliedsstaaten hat, wobei Island bis 2012 den bereits beantragten EU-Beitritt anstrebt, was den Austritt aus der European Free Trade Association nach sich zieht.
Good Manufacturing Practice (GMP)
Good Manufacturing Practice (GMP): “Gute Herstellungspraxis”, schwerpunktmäßig für Arzneimittel, pharmazeutische Wirkstoffe, Medizinprodukte sowie Kosmetikartikel, aber auch für die Herstellung von Lebensmitteln und Futtermitteln. Landesspezifische GMP-Regeln basieren auf Vorgaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation).
Staatspleite
Staatspleite: Landläufiges Synonym für Staatsbankrott. Vorzeichen einer drohenden Staatspleite sind hohe Verschuldung und damit einhergehende Gefahr, Forderungen aus Krediten nicht mehr begleichen zu können. Angesichts weltweiter Wirtschafts- und Finanzkrisen gewinnt die Problematik der Staatspleite zunehmend an Bedeutung.
Europäischer Stabilitätsmechanismus
Europäischer Stabilitätsmechanismus ist eine Art von Krisen-, Risikomanagement auf Ebene des Staatenverbundes Europäische Union. Europäischer Stabilitätsmechanismus wird umgangssprachlich Euro-Rettungsschirm genannt. Das Regelwerk soll die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) stabilisieren sowie Überschuldung beziehungsweise drohenden Staatsbankrott abwenden. Weil ein provisorisches Krisenmanagement Mitte 2012 als Vertragswerk ausläuft, wird der Europäische Stabilitätsmechanismus dieses ersetzen.
Nichtbeistands-Klausel
Nichtbeistands-Klausel: Mitentscheidender Grundsatz der Europäischen Union, der die Haftung der EU als Ganzes sowie die Haftung einzelner Mitgliedsstaaten für Schulden / Verbindlichkeiten anderer Mitgliedsstaaten ausschließt. Die Nichtbeistands-Klausel wird fachmännisch No-Bailout-Klausel genannt und ist im Artikel 125 des AEUV festgeschrieben.
Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF)
Die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF, englisch European Financial Stability Facility) wurde als Akteingesellschaft mit Sitz in Luxenburg am 7. Juni 2010 gegründet.
Stabilitäts- und Wachstumspakt
Stabilitäts- und Wachstumspakt: Regelwerk für Staaten der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Wesentlicher Inhalt sind Festlegungen zu Verschuldung und Haushaltsdefizit. Staaten der Euro-Zone werden laut Stabilitäts- und Wachstumspakt verpflichtet, Jahresprogramme für solide Haushaltspolitik vorzulegen, um Währungsstabilität und Wirtschaftswachstum zu erreichen.
AEU-Vertrag
AEU-Vertrag heißt in Langform „Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union“ und gehört zum grundlegenden Regelwerk der Europäischen Union (EU). Im AEU-Vertrag sind Kompetenzen sowie detaillierte Funktionsweisen für die Organe der EU festgelegt. Der AEU-Vertrag entstand aus den vor Gründung der heutigen EU geltenden Verträgen der Europäischen Gemeinschaften.
Rekapitalisierung
Rekapitalisierung bezeichnet im Wesentlichen eine finanzielle Beteiligung an Unternehmen. Rekapitalisierung betrifft die Passivseite (Haben) der Bilanz, weil hier die Herkunft aller finanziellen Mittel ausgewiesen ist. Werden Eigen- und Fremdkapital zugunsten der Erhöhung des Fremdkapitals sozusagen umstrukturiert, nennt sich dieser Vorgang Rekapitalisierung. Jungunternehmer, Firmengründer und innovative Unternehmen mit wenig verfügbarem Eigenkapital finanzieren ihre Unternehmensidee häufig über Eigenkapitalanteile oder stille Einlagen (Private Equity). Für eine Rekapitalisierung der Banken (Stichwort Finanzkrise seit 2007) wurde in Deutschland der Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) geschaffen.
Internationalen Währungsfonds (IWF)
Den Internationalen Währungsfonds (IWF) gibt es seit dem Jahr 1944. Der IWF ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit 187 Mitgliedstaaten im Jahr 2011. Der Internationale Währungsfonds befasst sich mit Finanz-, Geldpolitik, freien Devisenhandel, internationalem Zahlungsverkehr sowie Krediten. Jüngste Finanzentwicklungen führten zur Beteiligung des IWF am Europäischen Stabilitätsmechanismus. Die Stellung der Mitgliedsstaaten (Stimmrecht) im Internationalen Währungsfonds wird durch zugewiesene Quoten beziehungsweise Kapitalanteile bestimmt.
Eurobonds
Eurobonds sind Anleihen, Schuldverschreibungen in einer Währung, die nicht der des Landes entspricht, in dem sie für den internationalen Kapitalmarkt platziert werden. Eurobonds gibt es seit den 1960er Jahren als verzinsliches Wertpapier in vielfältiger Ausstattung und mit mittlerer bis längerfristiger Laufzeit; sie haben in diesem Sinne nichts mit dem Euro als Währung zu tun. Etwa seit 2010 benutzen Medien, Politiker, Wirtschafts-, Finanzexperten den Ausdruck Eurobonds auch für umfangreich diskutierte, jedoch noch nicht vorhandene EU-Anleihen.
EBA – European Banking Authority
EBA – European Banking Authority – heißt ins Deutsche übersetzt: Europäische Bankaufsichtsbehörde. Die EBA mit Sitz in London ist eine europäische Behörde, die Aufgaben der Finanzmarktaufsicht erfüllt. Die European Banking Authority gehört mit zum Europäischen Finanzaufsichtssystem (ESFS).
Staatsinsolvenzordnung
Staatsinsolvenzordnung ist ein Begriff, der mit der Griechenland- beziehungsweise Euro-Schuldenkrise aufkam. Eine Staatsinsolvenzordnung beinhalten weder EU-Verträge noch die der Währungsunion. Fehlende Erfahrungen innerhalb der Euro-Zone im Umgang mit ernsthafter Überschuldung eines EU-Mitgliedstaats bis hin zum drohenden Staatsbankrott sind Ursachen dafür, dass eine Staatsinsolvenzordnung bisher fehlt (Stand: 2011). Jeder Staat hat zwar eine Insolvenzordnung, diese regelt jedoch lediglich das jeweils inländische Insolvenzverfahren und ist auf EU-Ebene nicht anwendbar.
Haushaltskonsolidierung
Haushaltskonsolidierung ist die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzlage in Unternehmen und der des Staates (öffentliche Haushalte). Bei einer Haushaltskonsolidierung werden Einnahmen erhöht oder/und Ausgaben verringert. Mit anderen Worten: Geraten Aufwendungen und Erträge in eine Schieflage, muss zur Vermeidung ernsthafter Konsequenzen wie Insolvenz, Konkurs, Bankrott eine Haushaltskonsolidierung stattfinden.
Ratingcodes
Ratingcodes sind verschlüsselte Symbole, Zeichen, Zeichenfolgen, die das Ergebnis eines Ratings (Bewertung, Einschätzung) angeben. Ein sehr bekannter Ratingcode ist der in Form einer Buchstabenfolge von den populärsten Rating-Agenturen Moody’s oder S&P verwendete. Insbesondere wegen anhaltender Finanzkrisen gerieten Ratingcodes ins öffentliche Interesse. Anhand der Buchstabenfolge können Bonität und in gewissem Maße das Ausfallrisiko, auf Staatenebene das Länderrisiko, eines Schuldners grob eingeschätzt werden. Ratings verloren angesichts der neuerlichen Bankenkrise im Herbst 2011 an Glaubwürdigkeit.
EFSF Bonds
EFSF Bonds und EU-Anleihen (Eurobonds) sind verschiedene Dinge, beides jedoch Instrumentarien des sogenannten Euro-Rettungsschirms. EFSF Bonds hat die im Juni 2010 gegründete Zweckgesellschaft European Financial Stability Facility (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) etwa ab Januar 2011 am Kapitalmarkt platziert. Besichert sind EFSF Bonds durch Garantien der Euro-Länder, die bis zu einem bestimmten/vereinbarten Betrag haften.
Staatsverschuldung Deutschlands
Die Staatsverschuldung Deutschlands setzt sich aus Schulden des Bundes, der Bundesländer, Gemeinden und der gesetzlichen Sozialversicherung zusammen. Der Staatsverschuldung Deutschlands stehen Einnahmen/Forderungen sowie staatliche Vermögenswerte gegenüber (Sach-, Geldvermögen). Werden Einnahmen und Ausgaben verglichen, kommt es zum Haushaltssaldo; ein Haushaltsdefizit entsteht, wenn Staatsausgaben höher als Staatseinnahmen sind.
EU-Konvergenzkriterien
Die EU-Konvergenzkriterien wurden im Vertrag von Maastricht aus dem Jahr 1992 (EU-Vertrag) festgeschrieben. EU-Konvergenzkriterien sind Vorgabewerte, die in Staaten der Europäischen Union Stabilität der Wirtschaft nachweisen und Solidarität der Staaten untereinander gewährleisten sollen. Maßgaben zur Führung öffentlicher Haushalte, eines der vier grundlegenden EU-Konvergenzkriterien, gelten im Rahmen des Stabilitäts- und Wirtschaftspakts für Länder der EU-Zone weiterhin. Ansonsten müssen die EU-Konvergenzkriterien allein zum Zeitpunkt des Eintritts eines europäischen Landes in die Europäische Union (nicht Europäische Wirtschafts- und Währungsunion) erfüllt werden.
Sixpack / Euro-Plus-Pakt
Sixpack / Euro-Plus-Pakt nennt sich eine nicht völkerrechtlich verbindlich abgezeichnete (ratifizierte) Übereinkunft zwischen 23 Staaten der EU. Der Euro-Plus-Pakt entstand auf Initiative der bundesdeutschen und französischen Regierung im März 2011. Inhaltlich geht es beim Sixpack / Euro-Plus-Pakt um eine angestrebte Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.
Euro-Rettungsschirm
Euro-Rettungsschirm ist die in Medien oftmals verwendete Bezeichnung für den umständlicheren Begriff Europäischer Stabilitätsmechanismus. Euro-Rettungsschirm deshalb, weil ein entscheidendes Instrumentarium Kredite mit vorteilhafteren Zinssätzen sowie Bürgschaften und Garantien sind, die wirtschaftlich schwächeren EU-Staaten bei der Überwindung ernsthafter Staatsschuldenkrisen helfen sollen.
Schuldenbremse
Schuldenbremse werden Regelungen genannt, mit denen Länder ihre Staatsverschuldung einzudämmen versuchen. Eine Schuldenbremse zwecks Begrenzung der Haushaltsdefizite sowie staatlichen Schulden haben die Teilnehmerländer der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion bereits im Stabilitäts- und Wachstumspakt anno 1996 beschlossen. Deutschland, die Schweiz, Bulgarien und Ungarn verankerten Schuldenbremsen in ihrer jeweiligen Verfassung/Grundgesetz. Andere Länder kündigten nationale Schuldenbremsen an, beispielsweise Frankreich oder Italien.
Vertrag von Lissabon
Der Vertrag von Lissabon heißt offiziell „Vertrag von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft“. Seinen Namen erhielt er, weil Vertreter der 27 EU-Mitgliedsstaaten den Vertrag von Lissabon im Dezember 2007 in der portugiesischen Hauptstadt unterzeichneten.
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