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Verweise

Ratingcodes

Ratingcodes im Bankwesen, Wertpapiergeschäft und für Staaten

Ratings und mithin solcherart Bewertung, Einschätzung durchführende unabhängige Unternehmen, sogenannte Rating-Agenturen, haben ihren Ursprung in der US-amerikanischen Wirtschaft. Ratingcodes wurden erstmals um 1900 bei Anleihen der Eisenbahnunternehmen verwendet. Banken, andere Kapitalgeber, Anleger, Investoren bekamen damit eine öffentlich zugängliche Einschätzung der Bonität (Zahlungsfähigkeit) dieser Unternehmen.

Seither werden Ratingcodes nicht nur im Bankwesen oder Wertpapiergeschäft genutzt, andere Bereiche wie Versicherungen, Marketing, auch Soziologie oder Psychologie kamen hinzu. Allerdings ist die Bedeutung des Ratings im Bank-, Finanzwesen insbesondere wegen der Beurteilung der Kreditwürdigkeit unvergleichbar höher. Banken schätzen die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden (Kreditnehmer) durch interne Ratingcodes ein. Anhand nicht öffentlich zugänglicher, vertraulich erarbeiteter Bewertungskriterien sowie Verfahren der mathematischen Statistik erfolgt eine Einstufung, die letztendlich den Ratingcode ergibt. Dieser dient der Einschätzung von Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit; bei Unternehmen oder großen, bedeutenden Konzernen können Ratingcodes ausschlaggebend für die Kreditkonditionen werden. Schlechteres Rating zieht höheres Ausfallrisiko nach sich, andere Rückzahlungsbedingungen für Kredite und höhere Zinsen sind die Folge. Um Ratingcodes zu erstellen, werden unterschiedlichste Faktoren herangezogen, beispielsweise: Liquidität, Ertragslage, Kapitalstruktur, Eigenkapitalquote, Gewinn, Bilanzentwicklung, Cashflow, Fixkosten, aber auch Geschäftsbeziehungen, Qualität des Managements, Unternehmensstrategie, Standortbedingungen, Branche, etc.

Auf internationaler Ebene sind Ratingcodes als Buchstabenfolge von Rating-Agenturen wie Moody’s, S&P (Standard & Poor’s), Fitch sehr bekannt. Es gibt für Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Kreditderivate, etc. sowie für die Bonität eines ganzen Staates mit Ratingcodes abgekürzte Einstufungen, die Anleger bei Investitionsentscheidungen durchaus beeinflussen.