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Verweise

Konsumentenrente

Die Konsumentenrente ist ein wichtiger Begriff in der Haushaltstheorie, der auf Alfred Marshall (1890) und Jules Dupuit (1840) zurückgeht. Er bezeichnet die Differenz aus dem Preis, den ein Konsument aufgrund aktueller Marktverhältnisse für ein Produkt zahlen muss (Marktpreis; auch Gleichgewichtspreis), und dem Preis, den er für das Gut zu zahlen bereit wäre (Reservationspreis). Demgegenüber steht die Produzentenrente, mit der die Konsumentenrente gemeinsam einen wesentlichen Baustein zur Bestimmung der Ökonomischen Wohlfahrt bildet.

In der Praxis würde das folgendermaßen aussehen: Verkauft Ihnen jemand ein Ein-Euro-Stück für 60 Cent, haben Sie dabei 40 Cent gutgemacht, vorausgesetzt Sie wären auch bereit gewesen, bis zu einem Euro zu zahlen (was vermutlich der Fall gewesen wäre – dann hätten Sie ja nichts verloren). Diese 40-Cent-Spanne würde man in dem Falle als Konsumentenrente bezeichnen.

Dieser Wert kann entweder für Einzelpersonen oder für einen gesamten Markt bestimmt werden. Letzteres ist möglich, wenn man alle individuellen Konsumentenrenten addiert, womit man ein Maß der aggregierten Konsumentenrente in einem Markt erhält. Der Wert ist umso höher, je vollkommener und freier die Möglichkeiten der Konkurrenz auf dem Markt sind. So lässt sich quasi messen, welchen Gesamtvorteil die Konsumenten beim Güterkauf erzielen.

Die Berechnung der Konsumentenrente hat verschiedene Vorteile. Sie hilft beispielsweise in Verbindung mit der Produzentenrente, die Vorteile und Kosten von alternativen Markstrukturen und staatlichen Eingriffen zu bewerten, die das Verhalten von Unternehmen und Konsumenten beeinflussen. Addiert man die aggregierte Konsumentenrente zur aggregierten Produzentenrente, erhält man als Ergebnis die sogenannte „Ökonomische Rente“ - die Wohlfahrt der Gesellschaft. Sie wird also als Maßstab für das Wohlergehen der Nachfrager verstanden, indem sie den Nutzenüberschuss über die Ausgaben benennt.

Je geringer der Gleichgewichtspreis ist, desto besser geht es den Konsumenten und desto mehr Konsumentenrente bleibt ihnen. Steigt jedoch der Gleichgewichtspreis, verlieren die Konsumenten an Rente. Dies ist auf die verminderte Nachfrage zurückzuführen. Aus Gütern, die nicht erworben werden, kann natürlich auch keine Rente resultieren.