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Einkommensverteilung

Die Einkommensverteilung bezieht sich auf die Verteilung der Einkommen bezüglich sektoraler, räumlicher oder personeller Faktoren. Es soll also bestimmt werden, welche Personen bzw Gruppen welchen Anteil an den Gesamteinkommen in Deutschland erzielen bzw. wie stark hier die Ungleichheit ist. Im Kontext des gesellschaftlichen Lebens gesehen ist eine gleiche Verteilung der Einkommen enorm wichtig, um den sozialen Frieden zu wahren. Ist die Verteilung stark ungleich, kann es in geselschaftlichen Systemen zu sozialen Unruhen kommen.

Besonders im Hinblick auf die personelle Verteilung ist hier zu unterscheiden zwischen primärer und sekundärer Verteilung. Die primäre Verteilung spiegelt die Entlohnung der Produktionsfaktoren wider, ergo die Verteilung der Markteinkommen im Wettbewerb. Hier machen die Bruttoeinnahmen aus unselbstständiger Arbeit mit zwei Dritteln den größten Anteil aus.

Aufgrund der staatlichen Umverteilung (z.B. durch Steuern, Transferleistungen, Wohngeld etc.) entsteht daraus die sekundäre Verteilung. Das Sekundäreinkommen besteht also aus dem Primäreinkommen zuzüglich empfangener Transfers wie etwa Rente, Sozialbeiträge etc. und abzüglich Einkommenssteuer und anderer laufender Transfers.

Um die Ungleichverteilung eines Landes bzw. einer Gruppe zu ermitteln gibt es verschiedene Indikatoren. Der bekannteste ist der sogenannte Gini-Koeffizient, der auf einer Skala von 0 (gleich) bis 1 (ungleich) ein objektives Maß für die Ungleichverteilung darstellt. Für Deutschland liegt dieser Koeffizient bei etwa 0,274, was im Vergleich zu Ländern wie Frankreich (0,327) oder den USA (0,408) eher im unteren Bereich der Skala angesiedelt ist. Nach Einschätzungen der Vereinten Nationen reicht ein Koeffizient ab 0,4 bereits aus, um soziale Unruhen anzuregen.