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Verweise

Devisenmarkt

Devisenmarkt: Elektronische Handelssysteme und Telefonhandel

Anders als beispielsweise Londoner oder New Yorker Börse hat der Devisenmarkt keinen geografischen Sitz. Devisenbörsen gibt es außer als Geschäftsbereich innerhalb der Effektenbörsen nicht mehr. Hierzulande stellte bis 31.12.1998 die Frankfurter Börse, unter Mitwirkung der Bundesbank, den börsentägliche Devisenkurs fest. Am europäischen Devisenmarkt gibt es Angaben zu Wechselkursen seit der Euro-Einführung nur noch als Referenzwerte (EuroFX), die von der EZB festgestellt und von Reuters veröffentlicht werden. Sie dienen jedoch weitestgehend Informationszwecken, zum Beispiel bei Kreditkartenabrechnungen nach Auslandsaufenthalten oder für Statistiken.

Kennzeichnend für den Devisenmarkt ist der Handel mit auf fremde Währung lautenden ausländischen Zahlungsmitteln, das heißt, Kauf und Verkauf von Devisen gegen eigene oder gegen eine Fremdwährung. Wichtig: Ausländische Banknoten und Münzen sind nicht zwangsläufig gleich Devisen, obwohl umgangssprachlich oftmals so bezeichnet (Beispiel: Reisedevisen). Auf dem Devisenmarkt wird, vereinfacht ausgedrückt, inländisches Geld in ausländisches (und umgekehrt) zu einem ausgehandelten Devisenkurs (Wechselkurs) getauscht.

Den größten Teil des Devisenmarkts nimmt der Interbankenhandel (Welthandel zwischen Kreditinstituten sowie das Kundengeschäft) ein. Marktteilnehmer sind darüber hinaus private Trader, Devisenmakler, Broker, Handelshäuser, Direktbanken, aber auch große Industrieunternehmen, Geld- und Kreditinstitute im Privatkundenbereich (Geldanlage auf Währungskonto/Devisenkonto).

Der Devisenmarkt repräsentiert sich gegenwärtig fast ausschließlich durch den elektronischen Devisenhandel (elektronische Handelssysteme) sowie Telefonhandel. Das Handelsobjekt Devisen wird dabei oft innerhalb von Sekunden in zig-Millionenbeträgen zwischen den Geldinstituten gehandelt. Einflussreiche Akteure auf dem Devisenmarkt sind Zentralbanken, in Europa allen voran die EZB. Das US-amerikanische Zentralbanken-System heiß Federal Reserve System, Kurzbezeichnung FED. Mitbestimmende Hauptakteure des Devisenmarkts sind Zentralbanken aufgrund möglicher Devisenmarktinterventionen, die meist (wirtschafts-)politische Gründe haben.

Devisengeschäfte können Devisenkassa-, Devisentermin-, Devisenoptions- oder Devisen-Swap-Geschäfte sein. Rangfolge meistgehandelter Währungen: USD (US-Dollar), EUR (Euro), JPY (japanischer Yen), GBP (britisches Pfund); bei Währungspaaren sind es am Devisenmarkt: EUR/USD, USD/JPY, GBP/USD.