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Debt-Equity-Swap (DES)

Debt-Equity-Swap: Sanierungsart für angeschlagene Kapitalgesellschaften

DES ist ein Begriff aus den Bereichen Finanzmarktgeschäft, Bankwesen, der Gebiete des Unternehmens- sowie Gesellschaftsrechts tangiert und für den keine einheitliche Definition existiert. Geht es um Swaps, handelt es sich immer um einen Tausch vertraglich vereinbarter Zahlungsströme. Equity-Swap heißt auf Deutsch Kapitaltausch und debt steht für Verbindlichkeit, Schuldtitel, Geldschuld.

Ein Debt-Equity-Swap kommt für Kapitalgesellschaften infrage, die mit der Konsequenz in einer Finanzkrise stecken, dass Gläubigerforderungen nicht mehr hinreichend bedient werden können. In solch unternehmerischer Krisensituation ist der DES eine mögliche Sanierungsart, die folgende Vorgehensweise hat: Das Kreditinstitut als Gläubiger verkauft die Forderung mit einem Abschlag an einen interessierten Investor. Dieser erhält im Gegenzug zur mittels Debt-Equity-Swap nunmehr erloschenen Forderung eine entsprechende Unternehmensbeteiligung. Wie im Beispiel sind beim DES Gläubiger der Forderung und Erwerber der Unternehmensbeteiligung häufig nicht personengleich.

Für eine Kapitalgesellschaft mit geringer Bonität kann sich hinter einem Debt-Equity-Swap auch die Gefahr einer „feindlichen Übernahme“ verbergen, welche jedoch gegen den Willen der Gesellschafter, zumindest in Deutschland und auf diesem Wege, nicht durchsetzbar ist.

Andererseits gelten Debt-Equity-Swaps für krisenbehaftete Unternehmen als schnelle Sanierungshilfe, weil Eigenkapital der Gesellschaft erhöht und Verbindlichkeiten verringert werden. Investoren, die beim DES einerseits kostengünstig zum Gesellschafter, andererseits jedoch überwiegend eines insolvenzgefährdeten Unternehmens werden, ziehen nach erfolgreicher Sanierung durch besseres Rating oder etwaigen Anteilsverkauf Nutzen aus dem Debt-Equity-Swap.

Auf internationaler Ebene haben sich bereits funktionierende Sekundärmärkte für diese Art der Firmensanierung etabliert. Als ein Mittel zum Versuch, die internationale Schuldenkrise zu lösen, werden beim Debt-Equity-Swap beispielsweise Entwicklungsländer-Schuldtitel drastisch abgezinst, entsprechende Investoren erwerben Inlandsbeteiligungen. Und angesichts der Tatsache, dass beim Debt-Equity-Swap (DES) ein Schuldtitel zugunsten dieser korrespondierenden Inlandsbeteiligung erlischt, sinkt die Auslandsverschuldung des Entwicklungslandes.